Linux:
Ich will hier nur einen kleinen Überblick geben, ein paar Distributionen, Einstellungen und was mir sonst noch so einfällt.
Distributionen
Ich will hier nur kurz ein paar Distributionen vorstellen, die vielleicht nicht jeder kennt. Da fallen mir zum Beispiel die Mainstream Distributionen wie SuSE, OpenSuSE, RedHat, Fedora, Debian und Ubuntu ein und die weniger bekannten Distributionen wie Yoper und slackware. Ansich gibt es keine allzu großen Unterschiede zwischen den einzelnen Distributionen, schließlich "verkaufen" sie ja alle das gleiche, nämlich Linux (besser gesagt den Linux-Kernel) und Software dazu. Bei den hier aufgelisteten Distributionen handelt es sich um Binär-Distributionen, d.h. sie liefern vorkompilierte Software aus, wie bei Windows. D.h. die Programme müssen lediglich vom Installationsmedium auf die Festplatte kopiert werden. Der Vorteil hierbei besteht in der Installationsgeschwindigkeit.
Neben den Binär-Distributionen gibt es auch noch - soweit ich weiß - nur eine Distribution, bei der die Programme aus dem Quelltext erst noch in Maschinencode übersetzt werden müssen. Sie heißt Gentoo und ist mein persönlicher Favourit. Der Vorteil bei dieser Distribution ist, dass man sich mit dem Betriebsystem beschäftigen muss, man lernt also sehr viel dazu, und dass die Programme auf die eigene Hardware optimiert werden können. Für gewöhnlich liefern die Distributionen die Programme so aus, damit sie auch noch auf einem 386er laufen. Dabei wird aber viel Optimierungspotenzial verworfen, was sich in der Ausführungszeit der Programme bemerkbar macht. Heutzutage laufen aber "nur noch" Prozessoren vom Band, die als 686er bezeichnet werden, folglich ist es nicht weiter schwerwiegend, wenn die Programme nur noch auf 686ern laufen und genau diesen Schritt machte Yoper vor (Andere Distributoren dürften mittlerweile nachgezogen sein). Den Nachteil vom Selberbauen der Programme bin ich noch schuldig. Eine Installation von Gentoo im gleichen Umfang wie die Installation von z.B. SuSE würde natürlich je nach Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Festplatte 12 Stunden und länger dauern. Es handelt sich hierbei um keine einmalige Sache, denn der neueste Firefox z.B. müsste wieder erst aus den Quellen übersetzt werden. Wenn man jedoch bedenkt, wie lange es dauert bis, z.B. SuSE oder RedHat ein Update herausbringen, wiegt die längere Installationsdauer nicht mehr so schwer, denn bei Gentoo gibt es fast täglich Updates.
Acer 1513 LMi
lspci zeigt folgendes an:
Vom Modem abgesehen, bekommt man unter Linux alle hier aufgelisteten Komponenten zum laufen. Im Klartext heißt dass, Sound geht, 3D-Grafik geht, USB geht, CPU-SpeedStepping geht, Firewire geht, Lan als auch wLan geht und die Hardware Sensoren kann man abfragen, um z.B. zu erfahren wie warm die CPU gerade ist.
Im folgenden will ich grob beschreiben, wie man unter Gentoo Linux die Hardware richtig einrichtet.
Grafikkarte:
Im Kernel müssen folgende Einstellungen gemacht werden.
Processor type and features ---> [*] MTRR (Memory Type Range Register) support
Device Drivers --->
Character devices --->
< > /dev/agpgart (AGP Support)
Die nVIDIA® Treiber werden mit
emerge nvidia-kernel nvidia-glx
installiert. Damit der Grafiktreiber auch geladen wird, muss das soeben gebaute Modul in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 eingetragen werden. Dies kann man mit einem Editor machen, oder aber auch mit folgendem Aufruf.
echo "nvidia" >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
Um den Treiber unter X, also der grafischen Oberfläche nutzen zu können, muss die /etc/X11/xorg.conf noch wie folgt angepasst werden. Hier ist die Verwendung eines Editors sinnvoller, wie z.B. nano oder vim.
Section "Module"
Load "extmod"
Load "dri"
Load "dbe"
Load "record"
Load "xtrap"
Load "glx" # 3D-Beschleunigung
Load "type1"
Load "freetype"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Card0"
Driver "nvidia"
BusID "PCI:1:0:0" # unnötig nur bei mehreren Grafikkarten interessant
Option "Accel" "on"
Option "NoLogo" "1"
EndSection
Soundkarte:
Kernel-Einstellungen:
Device Drivers --->
Sound --->
<M> Sound card support
Advanced Linux Sound Architecture --->
<M> Advanced Linux Sound Architecture
<M> Sequencer support
<M> OSS Mixer API
<M> OSS PCM (digital audio) API
[*] OSS Sequencer API
PCI devices --->
<M> Intel/SiS/nVidia/AMD/ALi AC97 Controller
Anschließend installiert man noch alsa-utils und konfiguriert die Soundkarte mit alsaconf. Damit die Soundkarte beim Start auch geladen wird muss dieser Befehl ausgeführt werden.
rc-update add alsasound default
Netzwerkkarten (kabel und kabellos)
Kernel-Einstellungen:
Device Drivers --->
Network device support --->
[*] Network device support
Ethernet (1000 Mbit) --->
<M> Broadcom Tigon3 support
Wireless LAN (non-hamradio) --->
[*] Wireless LAN drivers (non-hamradio) & Wireless Extensions
Der Treiber für die Netzwerkkarte wird als Modul gebaut, zu erkennen ist das an dem <M>. Um den Treiber direkt in den Kernel einzubauen muss man anstelle des M ein * setzen. Damit das Modul, sowie das nvidia-Modul beim Starten geladen wird, muss auch dieses in die /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 eingetragen werden, der schnellste Weg ist wieder.
echo "tg3" >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
Wie man dafür sorgt, dass die Netzwerkkarte beim Booten initialisiert wird, steht sehr gut in den Gentoo Docs beschrieben.
Da es für den Broadcom-Wlan-Chip keine Linux-Treiber gibt, muss man sich mit den Windowstreibern engagieren. Um diese (be)nutzen zu können muss man das Paket ndiswrapper bauen. Der Befehl dazu lautet:
emerge ndiswrapper
Anschließend muss der Windowstreiber noch installiert werden, dass macht man mit folgendem Befehl.
ndiswrapper -i windowstreiber.ini
Wobei die windowstreiber.sys im gleichen Verzeichnis liegen muss. Um den wLan-Treiber beim Systemstart zu laden muss auch dieser in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 eingetragen werden.
echo "ndiswrapper" >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
Zum Konfigurieren der wLan-Karte stehen die Befehle ifconfig und iwconfig zu Verfügung.
Firewire und USB
Auch hier gibt es wieder etwas im Kernel einzustellen.
Device Drivers --->
IEEE 1394 (FireWire) support --->
<M> IEEE 1394 (FireWire) support
<M> OHCI-1394 support
<M> SBP-2 support (Harddisks etc.) # externe Festplatten
USB support --->
<M> Support for Host-side USB
<M> EHCI HCD (USB 2.0) support
<M> OHCI HCD support
<M> USB Human Interface Device (full HID) support # z.B. für USB-Maus
Wie man sieht, werden auch hier wieder die Treiber als Module gebaut, die im Nachhinein in den Kernel geladen werden. Damit sie beim Booten geladen werden, müssen die Module ebenfalls in die /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 eingetragen werden. Die Module heißen:
usbcore ohci-hcd ehci-hcd usbhid
CPU und ACPI
Die Kerneleinstellungen hierzu sind:
Power management options (ACPI, APM) --->
ACPI (Advanced Configuration and Power Interface) Support --->
[*] ACPI Support
<M> Button
<M> Processor
<M> Thermal Zone
CPU Frequency scaling --->
[*] CPU Frequency scaling
<M> 'ondemand' cpufreq policy governor
<M> AMD Opteron/Athlon64 PowerNow!
Um ACPI einzurichten benötigt man noch sys-power/acpid also baut man es mit
emerge sys-power/acpid
Da es am Laptop eh nur den Ein-/ und Ausschalteknopf gibt, braucht man auch nur diesen belegen besser gesagt abfragen. Damit er auch abgefragt werden kann muss das Modul button geladen werden. Was beim Drücken passieren soll stellt man unter /etc/acpi/events/default.
event=button/power.*
action=/sbin/shutdown -h now
Diese zwei Zeilen bedeuten, dass der Rechner beim Tastendruck des Ein-/ und Ausschalteknopfs herunterfährt. Damit dies auch geschieht muss der ACPI-Dämon noch bei Start geladen werden, wie beim Sound muss auch hier ein Skript gestartet werden.
rc-update add acpid default
Neben den Knöpfen kann man auch noch die Temperatur abfragen, dazu muss das Modul thermal geladen werden. Automatisieren lässt sich dies wieder über einen Eintrag in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6.
echo thermal >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
Abgefragt werden kann die Prozessortemperatur mit verschiedenen Programmen. Unter Gnome z.B. mit dem Sensors Applet.
Mobile Prozessoren unterstützen SpeedStepping, gemeint ist, dass sie ihre Spannung reduzieren können. Der Prozessor unterstützt z.B. die Schritte 800MHz, 1,8GHz 2,0GHz und 2,2GHz. Auch hier müssen die Module wieder beim Booten gestartet werden.
echo powernow-k8 >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
echo cpufreq-ondemand >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
Aktiviert wird das SpeedStepping noch durch den folgenden Befehl, den man in /etc/conf.d/local.start eintragen muss, um das SpeedStepping automatisch zu aktivieren.
echo ondemand > /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/scaling_governor
Ansich sind wir nun durch. Zuletzt werde ich noch die Dateien /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 und /etc/X11/xorg.conf als ganzes abdrucken.
Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen helfen. Ich wünsch euch noch viel Spaß mit Linux ;)
Section "ServerLayout"
Identifier "X.org Configured"
Screen 0 "Screen0" 0 0
InputDevice "Mouse0" "CorePointer"
InputDevice "Synaptics" "AlwaysCore"
InputDevice "Keyboard0" "CoreKeyboard"
EndSection
Section "Files"
RgbPath "/usr/lib/X11/rgb"
ModulePath "/usr/lib/modules"
FontPath "/usr/share/fonts/misc/"
FontPath "/usr/share/fonts/TTF/"
FontPath "/usr/share/fonts/Type1/"
FontPath "/usr/share/fonts/CID/"
FontPath "/usr/share/fonts/75dpi/"
FontPath "/usr/share/fonts/100dpi/"
EndSection
Section "Module"
Load "extmod"
Load "dri"
Load "dbe"
Load "record"
Load "xtrap"
Load "glx"
Load "type1"
Load "freetype"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Keyboard0"
Driver "kbd"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVarian" "nodeadkeys"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Mouse0"
Driver "mouse"
Option "Protocol" "auto"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Emulate3Buttons" "yes"
Option "ZAxisMapping" "4 5"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Synaptics"
Driver "synaptics"
Option "Protocol" "auto"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Emulate3Buttons" "yes"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Monitor0"
VendorName "Monitor Vendor"
ModelName "Monitor Model"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Card0"
Driver "nvidia"
VendorName "nVidia Corporation"
BoardName "Unknown Board"
BusID "PCI:1:0:0"
Option "Accel" "on"
Option "NoLogo" "1"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Screen0"
Device "Card0"
Monitor "Monitor0"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
Viewport 0 0
Depth 24
EndSubSection
EndSection
Ach ja das Gentoo Wiki sollte noch erwähnt werden.
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